Das Golf 7 Facelift – ein Bestseller wird aufgehübscht

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Üblich ist das für die Golf-Baureihe definitiv nicht. Aber warum nicht mal mit der Zeit gehen und sich zur zwischenzeitlichen Modellpflege bekennen? Mit dem Golf 7 Facelift bringen die Wolfsburger erstmals wieder frischen Wind in ihr Bestseller-Segment. Wirklich bahnbrechend sind allerdings mehr die digitalen Helfer als das Gefährt selbst.

Seitenansicht des VW Golf 7 Facelift

Leicht entschärft, aber mehr Schnickschnack an Bord: Das Golf 7 Facelift.

Mehr Assistenz und Bedienkomfort ab 2017

Wer die Pressekonferenz zum neuen Golf 7 Facelift verfolgt hat, wird es mitbekommen haben: Der Fokus beim aufgefrischten Dauerbrenner lag definitiv nicht auf markanter Leistungssteigerung oder dem Ausloten physikalischer Grenzen. Vielmehr geht es dem Kompaktklassiker um eine stärkere Vernetzung sowie erleichterter Bedienung und mehr Fahrerassistenz.

Frontansicht des VW Golf 7 Facelift

Neue Voll-LEDs sollen die Xenon-Lichter beim Golf 7 Facelift endgültig ablösen.

Was zuvor mehr beim VW Passat und seinen Konkurrenten zu finden war, gibt’s ab kommendem Jahr also auch beim Golf 7 Facelift: Einen Stauassistenten, der uns bis Tempo 60 gekonnt und automatisch durch den Feierabend bugsiert. Geschehen durch eine digitale Brücke, die nun den Lane Assist mit der automatischen Distanzregelung ACC Hand in Hand arbeiten lässt.

Innenraum des VW Golf 7 Facelift

Zudem bekommt das Golf 7 Facelift eine Fußgängererkennung und den Emergency Assist verpasst, um im Notfall automatisch einen Notruf absetzen zu können. Ebenfalls mehr Sicherheit soll durch die neuen Voll-LED-Scheinwerfer sowie serienmäßige LED-Rückleuchten bei allen Ausstattungsvarianten Einzug erhalten.

LED-Rückleuchten am Heck des VW Golf 7 Facelift

Riesendisplay für das Golf 7 Facelift-Interieur

Vorgestellt wurde ein Prototyp bereits vor einiger Zeit im Golf R Touch. Nun bekommt auch das Golf 7 Facelift ein Top-Infotainmentsystem implementiert: Das Discover Pro. Erstmals gibt es in der Kompaktklasse eine verankerte Gestensteuerung. Wie grandios das System wirklich funktioniert, wird sich im laufenden Betrieb noch behaupten müssen. Eine gute Idee, um den Fahrer nicht zu sehr abzulenken, ist es aber allemal.

Fahraufnahme des VW Golf 7 Facelift

Optisch belässt man am Golf 7 Facelift sonst noch vieles so, wie man es von vorher kennt: Ein Hoch auf den Wiedererkennungswert. Dennoch fällt eines schnell auf: Der Golf wirkt eine Spur runder als zuvor. Insbesondere an der Frontschürze geht es deutlich geschmeidiger zu, obwohl die neuen Schweinwerfer von Falzen untermalt werden. Mit den neuen LED-Tagfahrlichtern für Halogenscheinwerfer kommt ebenfalls neuer Schwung ins äußere Golf-Design.

LED-Scheinwerfer beim VW Golf 7 Facelift

Dem Heck ergeht es da ähnlich: Spitz zulaufende Rückleuchten, allerdings optisch entschärft. Die Schürze wirkt ebenfalls sanft wie vorne, die trapezförmigen Endrohre dagegen tragen für einen Normalo-Golf etwas zu dick auf.

Markantere Endrohre beim VW Golf 7 Facelift

Effizienz und Leistungsplus: Man bleibt dezent

Sonderlich große Sprünge wird uns das Golf 7 Facelift im Bereich Antrieb nicht bringen, was aber auch nicht unbedingt zu erwarten war. Allerdings gibt es mit dem neuen 1.5 TSI Evo-Benziner samt Zylinderabschaltung ACT ein neues Aggregat in der Golf-Familie, das als BlueMotion 130 und in einer etwas höheren Ausbaustufe 150 PS abliefert. 

Neu gestaltete Frontpartie beim VW Golf 7 Facelift

Die Ausbeute hatte man mit dem 1.4 TSI bisher zwar auch, aber der Neue soll im Golf 7 Facelift laut Konzernaussage wirklich bis zu einem Liter weniger verschlucken – unter realen Bedingungen wohlgemerkt. Darüber hinaus wirkt noch ein weiteres Technicum an dieser Stelle mit: Ein effizienteres 7-Gang-DSG soll nach und nach alle 6-Stufen-Versionen ablösen.

Der neue Volkswagen Golf

Darüber hinaus dürfen sich auch die sportiv angehauchten Golfianer freuen: Beim Golf 7 Facelift wird der GTI immerhin zehn Zähler mehr auf die Vorderachse bekommen (230 PS), beim GTI Performance sind es mit 245 PS ebenfalls ein paar Extrapferde. Vom „R“ ist bisher allerdings noch keine Rede…

Fotos: VW

About author

Philip Hünteler

Philip Hünteler

ist leitender Redakteur des Online-Automagazins Tuning-Stories.de, zudem schreibt er lebhafte Reportagen und Testberichte für AUTOTUNING.DE. Sein Herz schlägt vor allem für Fabrikate von Audi, BMW und Porsche.

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