Skoda Kodiaq – die tschechische Antwort auf den VW Tiguan

Die Tschechen verstehen es mal wieder, zu überraschen. Wer bisher mit der VW-Tochter auf Offroad-Parcours unterwegs sein wollte, muss sich mit dem Yeti begnügen. Doch nun öffnet ein weiteres Gefährt neue Horizonte: Der Skoda Kodiaq besticht nicht nur durch Cleverness – er macht dabei auch eine deutlich bessere Figur als viele andere SUV-Modelle seiner Klasse.

Für vieles zu haben: Der Skoda Kodiaq bringt etwas Wirbel in den Midsize-SUV-Markt.
Für vieles zu haben: Der Skoda Kodiaq bringt etwas Wirbel in den Midsize-SUV-Markt.

Im Design setzt man auf futuristische Züge

Bei Volkswagen und dem altgedienten Establishment gibt es wenig Experimentierfreude. Die osteuropäische Tochter hingegen darf schon mal für den ein oder anderen Versuch herhalten. Mit dem Skoda Kodiaq setzt man hier erneut auf eine sehr futuristische Optik, die noch ein Stück weiter geht als beim neuen VW Tiguan. Schlicht und elegant zeigt sich das SUV aber dennoch. Die Parallelen zur Linienführung des Skoda Superb sind ebenfalls unverkennbar.

Deutliche Formsprache: Beim Skoda Kodiaq sind viele Ähnlichkeiten mit dem Superb zu verzeichnen.
Deutliche Formsprache: Beim Skoda Kodiaq sind viele Ähnlichkeiten mit dem Superb zu verzeichnen.

Der Skoda Kodiaq zeigt klare Kante, da gibt es keine Diskussion. Die Hauptscheinwerfer sind beinahe schlitzförmig geraten, der Kühlergrill wirkt dagegen geradezu üppig. Entlang der Seitenlinie sowie am Heck strotzt das Design nur so vor Falzen. Das ist man bei Skoda zwar gewohnt, aber der Kodiaq geht noch einen Schritt weiter.

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So feinfühlig manche Elemente auch wirken, so wuchtig gibt sich das Gesamtpaket: Der Freiraum zwischen Rad und Radhaus verleiht einen Hauch von Offroad-Temperament. Die Rad-Reifen-Kombi hat mit serienmäßigen 17-Zöllern noch einen gesunden Querschnitt für solche Zwecke. Sportlich angehauchte Fahrer können im Optionsprogramm des Skoda Kodiaq allerdings auch auf bis zu 19-Zoll aufrüsten.

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Vierzylinder-Power für den Skoda Kodiaq

In Sachen Leistungsausbeute behält Volkswagen die Nase vorn. Bislang ist für den Skoda Kodiaq leider kein Bi-TDI in Sicht, was die 200 PS-Marke noch in der Ferne verharren lässt. Dafür kommen Kompromissbereite wie so oft auf Ihre Kosten: Drei Benzin- und zwei Dieselversionen hält der Hersteller zur Markteinführung ab März 2017 bereit.

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Für die Kurzenstrecken-Junkies ist der Skoda Kodiaq mit 125 PS TSI und Frontschleuderdasein erste Wahl. Mehr Wumms gibt es beim 150 PS-Benziner, der neben beiden Getrieben (Handschalter und 6-Gang-DSG) auch als 4×4 zu haben ist. Bei der Frontantriebsversion ist das DSG hier jedoch Pflicht. Ordentlich Feuer bietet hier wiederum der 2.0 TSI mit 180 PS sowie 320 Nm Drehmoment. Der Allrad ist dann ebenso serienmäßig wie ein 7-Stufen-DSG, was für 7,8 Sekunden bis Tempo 100 und 206 Km/h Vmax reicht.

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Die Selbstzünderfans dürfen beim Skoda Kodiaq ebenfalls ins Schwärmen kommen: Die Einsteigerversion bringt bereits 150 Pferde wahlweise auf die Vorder- (mit 7-Gang-DSG) oder auf beide Achsen als 4×4 (wahlweise mit 6-Gang-Schalter oder 7-Gang-DSG). Mit fast 200 Sachen in der Spitze, knapp zehn Sekunden Sprintzeit sowie einem Verbrauch nahe der Fünf-Liter-Marke dürfte der Skoda Kodiaq hier wohl massig punkten können.

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Soll es hingegen das Topmodell mit 190 PS TDI sein, ist man an den Allradantrieb sowie das 7-Gang-DSG gebunden. Dafür schnellt das SUV trotz 1.790 Kg Leergewicht in 8,6 Sekunden auf Tempo 100, soll sich aber mit weniger als sechs Litern Diesel begnügen.

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Mit dem Fahrwerk darf’s auch mal Offroad sein

Gepaart mit dem ein oder anderen Assistenzsystem, geht der Skoda Kodiaq auch gerne auf komfortable Reise abseits der Pisten. Nicht nur die Option des 4×4 stellt sich hier gegen die Physik, auch eine Differenzialsperre namens XDS+ verrichtet als Teil des ESC-Systems wichtige Dienste. Mit dem Driving Mode Select kann neben Normal, Eco, Sport und Individual auch der Snow-Modus eine hilfreiche Funktion im Winter sein (nur beim Skoda Kodiaq 4×4). Dieser steuert das ASR sowie die Allrad-Lamellenkupplung so, dass die maximale Traktion auf die Straße gelangt.

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Doch nicht nur Motor- und Getriebemanagement sind per Driving Mode Select ansteuerbar. Wer beim Skoda Kodiaq das optionale DCC bestellt, kann auch die Fahrwerksdämpfung mitbestimmen – wobei damit wiederum der Faktor Offroad ins Spiel kommt. Neben den Modi Comfort, Normal und Sport hat die Allrad-Version noch einen Offroad-Modus mit an Board. Damit wird ebenfalls die Traktion maximiert – allerdings für unebenes Gelände. Zudem arbeitet die Dämpfung deutlich sanfter und die Bremsen bekommen durch den Bergabfahrassistent ebenfalls Unterstützung.

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Erhältlich ist der Skoda Kodiaq ab März 2017, Vorbestellungen sind zu einem Preis ab 25.490 Euro möglich.

Fotos: Skoda

Philip Hünteler

ist leitender Redakteur des Online-Automagazins Tuning-Stories.de, zudem schreibt er lebhafte Reportagen und Testberichte für AUTOTUNING.DE. Sein Herz schlägt vor allem für Fabrikate von Audi, BMW und Porsche.

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