Wildschaden. Wie am besten reparieren lassen?

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    • Wildschaden. Wie am besten reparieren lassen?

      Hallo,

      ich habe vor 2 Wochen eine leichte Kollision mit einem Reh gehabt. Ich fuhr in der Dämmerung durch ein Waldgebiet und am linken Waldrand stand ein Reh. Ich habe sofort stark gebremst, aber das Reh ist losgerannt. Ich habe es aber nicht frontal erwischt, es ist mir mehr in die Seite gelaufen auf Höhe des Vorderrades und der Fahrertür.

      Auf den ersten Blick (und auch den zweiten bei Tageslicht) waren keine Schäden ersichtlich. Erst zwei Tage später habe ich gesehen (im Sonnenschein), dass in der Fahrertür unterhalb der Schutzplanke zwei kleine Beulen sind. Nicht besonders tief, dafür aber ca. 10 und 20 cm lang. Sieht so aus, als wenn das Reh da beim Weglaufen (als ich ausstieg war es schon im Wald verschwunden)mit dem Huf gegengetreten hat. Eine andere Erklärung habe ich jedenfalls nicht. Kann mich auch dunkel erinnern, dass das Auto kurz vorm Stillstand einmal noch gewackelt hat und es einen dumpfen Bums gab auf Höhe der Fahrertür.

      Jetzt war ich in der Werkstatt (Lackiererfachbetrieb mit sehr gutem Ruf) und der Meister sagte mir, dass die Fahrertür lackiert werden müsse. Auch die hintere Tür müßte lackiert werden, da sonst Farbunterschiede auffallen würden. Da der Lack nicht ab ist, fragte ich, ob man die Dellen nicht ausdrücken kann. Er sagte, er könne es versuchen, aber halt schwierig, da sehr lang.

      Jetzt bin ich am Überlegen, was ich machen soll. Rausdrücken lassen mit dem Risiko, dass es nicht 100% eben wird oder aber richtig ausbeulen lassen und neue Lackierung. Da macht es mir aber Sorge, dass der Farbton dann nicht richtig paßt, was mich definitiv mehr stören würde, als eine kleine Delle.

      Das Reh ist ja vorne auf Höhe des Rades gegen das Auto gelaufen und an der Felge sind auch zwei Blutspritzer zu sehen. Ich vermute, dass es mit dem Bein gegen oder in die sich drehende Felge geraten ist. Am Reifen selbst war eine Kratzspur zu sehen. Beim Aufprall hatte ich noch eine Restgeschwindigkeit von ca. 40km/h. Meine Frage: Sollte man hier eine Fahrwerksvermessung durchführen oder kann dadurch am Fahrwerk nichts verstellt sein? Ich selber vermute ja, dass das Reh oder dessen Knochen eher nachgeben, bevor sich da was am Fahrwerk verstellt. Ist ja nicht vergleichbar mit einer harten Bordsteinberührung, hier gibt der Beton ja keinen Millimeter nach.

      Wäre nett, wenn sich zu den beiden Fragen jemand äußern und einen Tip geben könnte. Danke.

    • Strafbar macht man sich nicht. Da das Tier herrenlos ist, also niemandem gehört, scheidet Unfallflucht oder dergleichen aus. Theoretisch kann man wegen Tierquälerei belangt werden, wenn man ein verletztes Tier sich selber überläßt.

    • Wenn das Tier stirbt, der Kadaver nacher irgendwo auf der Straße rumliegt und es dann einen zweiten Unfall gibt, dann möchte ich nicht deiner Haut stecken.

      Den zuständigen Förster sollte man (wenn schon nicht die Polize) in jedem Fall verständigen, dass er die Unfallstelle nach einem etwaigen Tierkadaver absucht.

      In 2 erlebten Wildunfallen haben wir bisher jedes Mal die Polizei geholt. Einmal wars gering, einmal war das Auto Totalschaden und das Wildschwein lag 50 Meter weiter auf einem Fahrradweg.

      Zum Schaden:

      Wieviel hat dein Auto gelaufen? Es ist jetzt noch nicht so alt, ich schätze den Fahrzeugwert mit dem Motor und als United auf ca. 7000-8000 Euro ohne das ich die genaue Laufleistung weiß.

      Ich würde es ausbeulen lassen, auch wenn es nicht 100% wird, was ist dann schon. Meiner hat auch eine kleine Delle am Kotflügel, hat mich nie interessiert.

    • Polizei wurde auch verständigt, mußte ja schon aus Versicherungsgründen sein. Die haben dann auch den Jagdpächter informiert.

      Ich tendiere auch eher zum Rausdrücken der Delle. Hab ich ein besseres Gefühl bei als bei einer Neulackierung. Der Wagen hat knapp 60tkm gelaufen, ist Bj.2008.

      Ist eine Achsvermessung ratsam oder kann man darauf verzichten?

    • Mein Gott... das Geschwätz von wegen Unfallflucht ist hier überhaupt nicht gefragt... oder sehe ich das falsch...?

      Ich würde die Delle drücken lassen.. Ein Beulendoktor der sein Handwerk versteht kriegt das auch hin...

      Warum behindert die StVZO meinen Geschmack?

    • sloi schrieb:

      Mein Gott... das Geschwätz von wegen Unfallflucht ist hier überhaupt nicht gefragt... oder sehe ich das falsch...?

      Ich würde die Delle drücken lassen.. Ein Beulendoktor der sein Handwerk versteht kriegt das auch hin...

      Sehe ich genauso :whistling: Wenn das Vieh nichtmal angefahren wurde, sondern Dir nur eine Delle ins Auto getreten hat vor Schreck, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es gerade irgendwo mit Hirnblutung im Wald am Verrecken ist doch sehr gering ;)

      Wenn die Delle eh kaum sichtbar ist aber Dich stört, dann fahre zum Beulendoktor oder halt Smart-Repair (die machen das mittlerweile auch) und lass die rausdrücken. Ist klar, dass Dir der Lackierbetrieb das ganze Auto lackieren will, davon leben die ja - ersma mit Kanonen auf Spatzen schießen. Da Du ja festgestelllt hast, dass die Dellen ohnehin erst beim dritten Mal hinsehen sichtbar sind (unter der Zierleiste!!! Da muss das Reh aber schon Gras von der Straße gefressen haben wenn es da mit dem Kopf gegen ist... Das Vieh stirbt wohl eher gerade an Herzkasper :D ) und Du auch überlegst, ob Du das überhaupt machen lassen willst, dann würde ich auf jeden Fall Smart Repair probieren. Kostet kaum was und selbst wenn am Ende noch ein Schatten sichtbar ist hast Du wenigstens keine komplette Lackierung der Seite ertragen müssen.

      BTW: Wenn es eh über die Versicherung geht, dann kannst Du doch rein aus kostentechnischer Sicht gleich das ganze Auto lackieren lassen... dann gibt's nirgends Farbunterschiede :P
    • fehlzuendung schrieb:

      Da das Tier herrenlos ist, also niemandem gehört, scheidet Unfallflucht oder dergleichen aus
      Ob man dazu Unfallflucht sagen kann weiß ich nicht, aber herrenlos ist das Tier definitiv nicht!

      Rein rechtlich gehört das Tier demjenigen, aus dessen Wald es in dem Moment entsprungen ist.
      Aufgrund dessen, und schon aus Versicherungstechnischem Hintergrund, würde ich bei Wildunfällen auf jeden Fall die Polizei kommen lassen.
    • Mensch ich habe doch nichts von Unfallflucht gesagt oder?

      Ich habe nur gesagt, dass man einen Wildunfall der Polizei oder dem Förster melden sollte.

      Und es ist nun einfach so, wenn durch den Tierkadaver ein weiterer Unfall oder ein Folgeschaden in irgend einer Weise geschieht, so wird ermittelt nach Unfallhergang. Es ist ganz leicht für den Förster festzustellen, an was so ein Tier vereendet ist.

    • Das stimmt so nicht. Der Jagdpächter hat zwar das Recht zur Jagd in seinem Revier, aber gehören tut das (lebende) Wild ihm nicht.

      Wenn man ein Reh überfährt, so kann der Jagdpächter keine Regreßansprüche an den Autofahrer stellen. Wäre es sein Eigentum, so könnte er das.

      Werde die Dellen auf jeden Fall nur ausdrücken lassen, keine Neulackierung machen lassen. Ihr habt meine Annahme bestätigt.

      Kann noch jemand sagen, ob eine Achsvermessung hier sinnvoll oder gar notwendig ist? Wie gesagt, dass Reh muß irgendwie mit seinen Beinen gegen das drehende Vorderrad gekommen sein, darauf deuten zwei Blutspritzer an der Felge hin. Ich selber denke ja eher, dass durch so etwas eigentlich nichts passieren dürfte. Beim Hochfahren auf einen Bordstein oder Durchfahren durch ein Schlagloch entstehen kan vermutlich wesentlich höhere Kräfte.

    • Fahre dazu einfach mal eine gerade Strecke und stell das Lenkrad ganz gerade, lass es dann leicht los und fühle, ob das Auto in eine bestimmte Richtung zieht.

      Ist zwar nur eine Art Schätzeisen, wenn dies aber nicht der Fall ist, würde ich keine Achsvermessung machen lassen.

      Beim Radwechsel im kommenden Herbst kannst du dann ja noch prüfen, ob die Räder schön gleichmäßig abgefahren sind.

    • Das Lenkrad steht bei mir bei Geradeausfahrt schon immer ganz leicht nach rechts geneigt. Damals wurde das Fahrwerk vermessen und eingestellt, nachdem die getriebseitigen Achsmanschetten getauscht wurden. Hat mich aber nie gestört, ist auch nur minimal und nicht immer vorhanden (die meisten Straßen sind ja nicht topfeben sondern fallen zu der einen oder anderen Seite leicht ab).

      Geradeauslaufen tut er, ich habe zwar das Gefühl, dass es etwas schwammiger geworden ist, aber das ist wahrscheinlich so, weil ich jetzt ganz bewußt drauf achte. Zumal der Wagen mit 205er Ganzjahresreifen sowieso nicht gerade ein Ausbund an Lenkpräzision ist....

      Theoretisch könnte ich die Achsvermessung ja auch über die Versicherung laufen lassen jetzt, aber ich würde da ungern dran rumdoktern lassen, wenn es nicht sein muß. Never touch an running system.....

    • Sicher, dass Du das Vieh nicht getroffen hast und es nur "getreten" hat? Wenn Du hier was von Blutspritzern erzählst... 8|

      Wegen Deiner Spur würde ich mir überhaupt keine Gedanken machen. Ein Reh ist niemals in der Lage so stark gegen ein Rad zu treten, dass es Dir die Spur verzieht ;) Und selbst wenn es getreten hätte, dann hättest Du auch Kratzer oder Dreckspuren an der Felge an der Stelle. Von Blutspritzern hat noch kein Fahrwerk gelitten... dann müsste ich nach jeder Marder-Überfahrt meine Spur checken lassen :P

      Mein Lenkrad steht übrigens bei völliger Geradeausfahrt auch nach links und meine Spur wurde vor 3 Monaten vermessen, also keinen Grund zur Panik :) Das kann man im übrigen nachstellen (lassen).

    • Wie es genau abgelaufen ist, kann ich nicht mehr 100%ig sagen (ich spiele es im Kopf zwar immer wieder durch, aber da das alles innerhalb einer Sekunde passiert ist, kann ich es schlecht rekonstruieren). Also Reh steht am linken Straßenrand, ich sehe es, bremse ab. Reh läuft los, muß dann auf Höhe des Vorderrades mit dem Auto kollidiert sein. Ich vermute, es ist mit den Beinen in die sich drehende Felge gelangt oder ich bin über einen Fuß gefahren. So erkläre ich mir die Blutspritzer. Da am Kotflügel und an der Stoßstange nicht mal der Dreck ab war, kann es dort keine Berührung gegeben haben. Zu dem Zeitpunkt habe ich dann voll gebremst. Einen Sekundenbruchteil später gab es dann ein dumpfes "Bums" auf Höhe der Fahrertür und das Auto hat leicht gewackelt. Kann ich mir nur so erklären, dass das Reh dort mit den Hufen gegengetreten hat, als es panisch flüchten wollte. Da es schon weg war, als ich ausgestiegen bin und auch die Polizei es nicht am Waldrand gefunden hat, kann es nicht allzu schwer verletzt worden sein und auf keinen Fall voll getroffen oder gar überfahren worden sein.

      Danke bzgl. der Spureinstellung. Am Reifen war auch eine Spur zu sehen, als wenn da eben ein Huf dran langgetreten hat. Felge hingegen scheint unversehrt. Wenn so ein Rehbein in die drehende Speichenfelge kommt, kann das schon zu Verletzungen mit Blutspuren kommen. Ich denke da auch so und werde dann wohl keine Vermessung durchführen lassen, da ich es ebenfalls für sehr unwahrscheinlich halte. Wäre ich über das Reh drübergefahren, sehe das anders aus, aber so...

      Dass es minimal nach rechts steht, hat mich nie wirklich gestört. Manche sind da sehr penibel, aber mir ist nur wichtig, dass die Spur an sich stimmt und die Reifen nicht einseitig ablaufen.

    • So, Auto war in der Werkstatt, Dellen wurden rausgedrückt. Zu sehen ist nichts mehr, sieht aus wie vorher.

      Wen es interessiert: Kosten hierfür liegen bei 270 EUR.